27.10.2011

Ich will nicht…

… dass du mir egal bist.

Kannst du dich noch daran erinnern, dass wir mal beste Freundinnen waren? Dass wir uns alles anvertraut haben? Dass du manchmal meine Gedanken zu lesen schien, und ich deine? Dass wir über dieselben Sachen dasselbe dachten? Dass wir über dieselben Sachen gelacht haben? Dass wir zusammen an einer Geschichte arbeiten konnten?

Ich kann es noch. Aber es ist anders.

Geheimnisse, Ideen, Träume und Wünsche haben wir ausgetauscht, geteilt. Zusammen gingen wir auf ein Konzert; erinnerst du dich noch an den einen Song, als wir uns angeschaut haben und glaubten zu wissen, dass unsere Freundschaft für immer sei?
Inzwischen glaub ich zu wissen, dass wir damals falsch lagen.

Ich weiß nicht, was du heutzutage machst. Nur, dass du keine Zeit mehr hast, so oft online zu sein – und wir wohnen weit voneinander entfernt, Kontakt gibt’s nur übers Internet.
Die Leidenschaft fürs Schreiben haben wir beide, sonst hätten wir uns wahrscheinlich nie kennengelernt. Inzwischen schreibst du nicht mehr, den Eindruck hab ich zumindest. Auch die gemeinsame Geschichte hast du auf Eis gelegt, und E-Mails schreibst du nur selten. Wenn wir schon nicht gleichzeitig online sein, könnten wir doch über E-Mail Kontakt halten… Das hab ich mir gedacht, aber es funktioniert nicht. Du schreibst nicht mehr.

Du sollst wissen, dass ich kaum noch auf eine Antwort warte. Ich erwarte keine Antwort mehr. Es freut mich, wenn du mal antwortest, aber es bedrückt mich nicht mehr, wenn nicht. Es tut mir Leid, dass es so ist. Aber Freundschaft kann nicht nur von einer Person aus kommen, für Freundschaft braucht man zwei.
Bin ich dir inzwischen egal? Ist unsere Freundschaft dir egal? Ich hab Angst, dass sie mir egal ist. Ich will nicht, dass es so ist, weil ich mich an die tollen Zeiten erinnere. Aber glaubst du, dass die Freundschaft wieder so werden kann, wie sie mal war? Glaubst du das? Und wenn ja, wirst du dir auch Mühe geben?
Ich schon. Aber ich schaffe es nicht alleine.

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(Übrigens, ein großes Dankeschön an meine Leserin für die Kommentare! <3)
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22.10.2011

Verzeiht mir bitte die Fehler…

Ich achte immer so schrecklich auf Fehler. Es fällt mir jedes Mal schwer, meine Blogeinträge auch wirklich online zu stellen, weil ich sie nicht in meiner Muttersprache schreibe und ich also weiß, dass es Fehler geben kann. Und wenn ich irgendwas wirklich schlimm finde, ist es, Sachen falsch zu machen.

Inzwischen kann ich diese Eigenschaft aus zwei verschiedenen Gründen erklären. Der erste ist ganz einfach Perfektionismus. Wenn ich nicht hundertprozentig zufrieden bin, oder wenn ich weiß, dass ich nie hundertprozentig zufrieden werden kann, aber dass es trotzdem noch ein bisschen besser werden kann, dann… Dann muss es eben besser werden. (Der Satz ist so lang, dass ich ihn selber nicht mehr so gut verstehe.)
Dieser Perfektionismus führt auch dazu, dass Gruppenarbeit mich immer total nervös macht. Dann bin ich nämlich nicht die einzige, die die Kontrolle über die Arbeit hat. Vor allem bei Referaten, wenn ich nicht genau weiß, was andere sagen werden oder wie sie es sagen werden, stresse ich mich halbtot. Eigentlich ist es für mich nie gut genug. Dabei hasse ich es auch, ein Referat alleine zu machen, weil ich dann im Mittelpunkt stehe. Ironisch.

Der zweite Grund ist eigentlich auch Basis des Perfektionismus. Ich weiß nämlich, oder ich rede mir ein, dass es so ist, dass meine Eltern sehr hochgestellte Erwartungen von mir haben. Sie erwarten gute Leistungen, weil ich in der Schule immer gut war. (Das hört sich jetzt arrogant an. Es tut mir Leid ._.)
Und ich will sie nicht enttäuschen.

In der Vorlesung in Psychologie haben wir über psychische Störungen geredet, über Symptome und Ursachen und Folgen. Unter anderem auch über die „Medizinstudenten-Störung“, die eigentlich gar keine „richtige“ Störung ist. Es geht nur darum, dass Medizinstudenten, wenn sie Krankheitsbilder studieren, plötzlich anfangen zu glauben, selber all diese Krankheiten zu haben. Weil wir eben alle mal ein paar Symptome haben, wie Bauchschmerzen oder weiß ich was. Als beginnender Psychologie-Student hat man eigentlich fast dasselbe Problem, wenn man alle Störungen auswendig lernen muss.
Auch ich hab darüber nachgedacht, als ich die Störungen studiert habe. Manches kam mir so unglaublich bekannt vor – aber ich hatte die Warnung im Hinterkopf, dass ich mich nicht verrückt machen sollte. Und bei richtigen Störungen ist es natürlich so, dass die Symptome unglaublich viel stärker sind, als bei normalen Leuten.
Früher habe ich mir immer Sorgen gemacht und gedacht, ich hätte vielleicht ne psychische Störung, weil ich irgendwie das Gefühl hatte, so anders als „die anderen“ (Mitschüler oder so) zu sein, aber so schlimm ist’s nun auch wieder nicht. Perfektionismus ist keine Störung, auf jeden Fall nicht, bis ich wegen des Perfektionismus nicht mehr normal leben kann. Das ist nämlich mit allen Störungen der Fall: wenn man ein einigermaßen normales Leben führen kann, darf man es offiziell nicht als Störung bezeichnen.
Das beruhigt mich schon ein bisschen. Es ist vielleicht nicht immer so toll, normal oder durchschnittlich zu sein, aber immerhin besser, als eine Störung zu haben.

Schöne Träume; und wünscht mir Glück, nächste Woche schreibe ich die ersten Klausuren in Psychologie…
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17.10.2011

Stiiiirb!

Heute hat mir eine im Seminar gesagt, dass ich gut schauspielern kann.

Dabei hab ich in dem Moment gar nicht geschauspielert. Ich war einfach ich selbst. Vielleicht ein bisschen anders, als die von mir gewohnt sind, weil ich normalerweise im Seminar den Mund nicht aufmache, aber trotzdem ist das ein Teil von mir.
Jetzt mal im Klartext. Im Seminar heute haben wir über die Vor- und Nachteile eines Auslandsemesters diskutieren müssen. Ich war in der Pro-Auslandsemester-Gruppe, und nachdem wir in der Gruppe ein paar Argumente aufgeschrieben hatten, fing die Diskussion an. Wie gesagt, normalerweise mach ich im Seminar den Mund nicht auf, oder nur, wenn mir direkt eine Frage gestellt wird; bei Diskussionen aber, wenn das Thema mir besonders gefällt, kann ich mich ziemlich in die Diskussion hineinsteigern (sagt man das so? ._.) und dann werde ich eben laut und … ziemlich anwesend, sagen wir mal.

Wenn ich mich mit meinem Bruder streite – und früher stritten wir uns fast täglich – fang ich meistens auch an zu schreien, weil er mich sonst nicht zu Wort kommen lässt. Vielleicht bin ich deswegen in Diskussionen so laut. Das war ja immer die einzige Art und Weise, mich durchsetzen zu können.
Normalerweise bin ich wirklich sehr leise und in mich gekehrt. Im Allgemeinen rede ich nicht gerne in großen Gruppen, ich hasse Referate und sogar wenn Leute mich auf der Straße ansprechen, bekomm ich ne halbe Panikattacke. (Ironisch, dass ich Psychologie studiere, vielleicht… Wegen sozialer Angst und so.)

Wenn ich mich nicht mit meinem Bruder streite, spielt er meistens irgendwelche Videogames, vor allem die Fantasy-Dinger, und früher hab ich ihm oft dabei zugesehen und manchmal auch selber ein bisschen gespielt. Mein Bruder ist eher ruhig, sehr strategisch und nie überstürzt. Ich war immer diejenige, die den Bildschirm quasi angeschrien hat. (Stell dir vor: ich, Computermaus in der Hand, schreiend: „Stirb, du hässliches Ding, stirb! Ey, ich steck dir doch mein Schwert in den Bauch, warum stirbst du nicht? Stirb! Stiiiirb!“)

Also in der Auslandsemester-Diskussion hab ich den Anderen schon nicht den Tod gewünscht, aber laut war ich ja. Ziemlich laut. Und anscheinend haben alle gedacht, dass ich das nicht war. Irgendwie. Oder so. Vielleicht war’s auch nur ein Witz. Keine Ahnung; aber ich fand’s ne komische Bemerkung.

Ich weiß eigentlich gar nicht mehr, worauf ich eigentlich hinaus wollte, mit diesem Eintrag… Egal.
Schöne Träume!

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14.10.2011

Ode an die Bassgitarre

Seit inzwischen einem Jahr und zwei Monaten spiele ich Bassgitarre. Früher hab ich Klavier gespielt, fand das dann nicht mehr so toll und hab mich dann für Bassgitarre entschieden. Am Anfang war ich noch ein bisschen unsicher, weil es ja total anders ist, als Klavier spielen, und ich wusste nicht, ob ich da überhaupt Talent besitze.

Na, Talent ist wahrscheinlich übertrieben, aber ich bin kein hoffnungsloser Fall. Im letzten Jahr hab ich mich wirklich verbessert und ich spiele inzwischen Songs von unter anderem U2 und Evanescence. Das hört sich an, als würde ich mit meinen Künsten angeben wollen, aber das wäre auch übertrieben – ich weiß, dass ich wirklich noch viel zu lernen hab. Und so schwierig sind die Songs wirklich nicht. ;)

Aber. Das wichtigste ist ja, dass es Spaß macht! Und das tut es. Ich hab mich früher nie sonderlich auf Klavierunterricht gefreut, zumindest nach zwei Jahren nicht mehr, obwohl ich wusste, dass es eigentlich gar nicht so schlimm sein würde.
Auf Bassunterricht freue ich mich immer. Auch wenn der immer freitagabends ist, um halb sieben, nach einem langen Tag an der Uni. Weil es jedes Mal aufs Neue unglaublichen Spaß macht. (Ich fühle mich blöd, dass jetzt hier hinzuschreiben… Aber es stimmt. Ich bin keine allzu gute Bassistin, das ist mir egal, weil sogar das wenige Saite-Pflücken reicht, um mir ein gutes Gefühl zu geben.)

Nach ein paar Monaten Bassunterricht bekam ich meine eigene Bassgitarre. Ein Ashton, mit einem verkürzten Körper für Anfänger, so wie ich, die keinen schweren Bass tragen können. (Heißt das überhaupt „Körper“? Ich hab keine Ahnung.) Jedenfalls bin ich offiziell in meinen Bass verliebt. Er heißt Floyd, nach dem Bassist der Muppet-Show. Jetzt mal ein Bild; schlechte Qualität vielleicht, aber ich hab kein besseres und jetzt keine Lust, meine Kamera zu suchen.




Sieht er nicht toll aus? :)
Die Puppe rechts ist übrigens Puppe, auf Niederländisch „Pop“. So heißt sie, ja, und ich hab sie schon seit ich ein Baby war. Eigentlich hat mein Bruder sie geschenkt bekommen, aber er fand sie nicht interessant, und dann hab ich sie bekommen und seitdem sind wir unzertrennlich. (Na ja. Inzwischen kann ich ohne sie an die Uni.)

Noch mal kurz zurück zur Bassgitarre; ich hab schon versucht zu erklären, wie sehr ich dieses Instrument liebe, und ich bete noch kurz um die Aufmerksamkeit, denn ich muss noch eine Person vorstellen. Emma Anzai. Absolut die beste Bassistin, die es gibt. Sie ist Mitglied der australischen Band „Sick Puppies“, und mein großes Vorbild. Wahrscheinlich werde ich nie so gut wie sie, aber egal. Träumen ist erlaubt, nicht? Ein Bildchen von Emma Anzai hab ich auch noch, eins von dem Sick-Puppies-Konzert, auf das ich im April dieses Jahres war.




Ich bewundere sie total… Bilder gehören übrigens mir! Copyright und so. Obwohl das Bild von Emma Anzai von einer Freundin geschossen wurde, aber ist ja dasselbe.

Und als letztes noch ein Dankeschön an die neue Leserin! :) Fehler im Text verzeihst du mir hoffentlich, ich bin ja kein Muttersprachler. Aber ich freue mich, dass du trotzdem „Mitglied“ geworden bist. (:

Schöne Träume!
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