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13.06.2012

Ein ereignisvoller und ergebnisreicher Tag

Und jetzt werde ich euch mal richtig mit ein paar Bildchen langweilen. Jawohl. Schaut euch das an:


Das hier ist das Ereignis des Tages, nämlich mein gelungenes Kochexperiment! Ich bin sehr stolz auf mich. Kartoffeln, eine halbe Zucchini (komisch, ich wusste nicht, wie das Zeug heißt auf Deutsch, aber das Wortgeschlecht schon) und eine Tomate. Die schwarzen Punkte kommen nicht von der Pfanne, die sind vom Pfeffer. Und dann noch Salz, ein bisschen Paprikapulver und fertig. Es schmeckte wirklich gut. Ja, ich bin auch erstaunt. ;)
(Und - ja, der weiße Fleck da ist ein Loch. In meiner Strumpfhose.)


Und ein sehr künstlerisches Bild! Ich habe extra auf die Komposition des Gemüses (das klingt lustig) geachtet. Sah bestimmt ein wenig bescheuert aus: „Ach, du Kartoffel, du liegst ja im Weg, weg mit dir!“ Kartoffel verschwindet zwischen den Zähnen. „Jaaa, viel besser. Jetzt sehen wir die Zucchini und das Stückchen Tomate zumindest! Schön, schön, schön.“

Tja. Ich komm auch nicht drum herum: heute Abend das Spiel Deutschland – Niederlande, nicht wahr? Jetzt steht es noch null zu null, aber wer weiß… Ich bin zu wenig an Fußball interessiert, um mir das Spiel anzuschauen, muss ich ehrlich sagen. Aber ich habe heute ein bisschen ZDF geguckt (ja, mir war langweilig) und ich fand’s witzig, dass da alle geredet haben, als hätte Deutschland schon gewonnen. Natürlich machen die Niederländer das auch, die glauben auch, dass wir schon Europameister sind. Was natürlich Unsinn ist, wir schaffen es bestimmt nicht mal so weit.
Seht ihr? Ich bin überhaupt nicht an Fußball interessiert, aber ich schreibe trotzdem „wir“ statt „die Mannschaft“ oder so. Fußball bringt Leute zusammen, das stimmt schon.

Na gut. Wir werden schon sehen, wer das Spiel gewinnt. :)
Schöne Träume!
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30.04.2012

Rot, weiß, blau und orange

Diese Farben sind heute überall, wo man hinschaut. Vor allem orange. Ich hab schon mal erwähnt, dass orange die Farbe der niederländischen königlichen Familie ist, hier. Und im gleichen Post steht auch, dass wir den Geburtstag der Königin immer am Geburtstag ihrer Mutter feiern, weil Januar kein guter Monat ist für Feste. Na, heute ist also Königinnentag, an dem wir den Geburtstag unserer Königin feiern.

Am Königinnentag sind immer alle gutgelaunt und in Feststimmung. Im Allgemeinen natürlich, es gibt auch immer Leute, die das alles überhaupt nicht interessiert (wie meinen Bruder, der einfach komplett vergessen hatte, dass heute Königinnentag ist). Aber grundsätzlich ist es so, dass Leute gute Laune haben und einfach nichts anderes wollen, als sich einen schönen Tag machen. Sogar das Wetter beteiligt sich am Fest. Wir haben einundzwanzig Grad, Sonnenschein und kaum Wölkchen am Himmel.



Was typisch ist für Königinnentag, ist der Trödelmarkt. Die ganze Stadt ist an diesem Tag ein einziger Trödelmarkt, wo man den ganzen nutzlosen Kram, der normalerweise auf dem Dachboden verstaubt, verkaufen kann. Essen wird auch viel verkauft, selbstgemachten Apfelkuchen zum Beispiel, oder Cupcakes, oder Limonade. Und dann gibt es noch überall Essensstände (ich frage mich jedes Mal, ob das überhaupt ein normales Wort ist). Als ich mir ein Eis gekauft habe, stand hinter mir eine Frau mit drei Kindern, die sagte: „Also, hier gibt’s Eis, dort Zuckerwatte und dort Waffeln. Was wollt ihr?“ Kurz: überall Essen, und meistens Süßes.




Ich bin relativ schnell wieder nach Hause gegangen, erstens weil ich alleine war (wie gesagt, meinen Bruder interessiert das nichts, und meine Eltern sind in England) und zweitens weil es mir zu warm wurde, obwohl ich mir ein Sommerkleid angezogen hatte (zwar mit Leggings). Und ich wollte mir nicht unbedingt einen Sonnenbrand holen… Ich glaube, meine Nase hat’s trotzdem erwischt.
Aber ich bin froh, dass ich kurz in die Stadt gegangen bin. So fühlt man sich ein bisschen ein Teil des Ganzen, das ist doch ein schönes Gefühl. Und ich find’s lustig, dass alle am Königinnentag plötzlich in orangefarbenen Klamotten rumlaufen. Auch die, die normalerweise gar nicht königstreu sind oder so. Ich sage immer, dass ich nichts Orangenes zu tragen brauche, ich erkläre einfach meine Haare für orange. Aber es ist schon auffällig, wie viele Leute plötzlich orangefarbene Klamotten aus dem Schrank ziehen, obwohl normalerweise kaum ein Mensch diese Farbe trägt. Sowas mag ich. :)

Schöne Träume!
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22.03.2012

Ein Polder in der Sonne

Als ich heute Morgen verschlafen und mit halb geschlossenen Augen mein Fenster öffnete, blies mir sofort das Gezwitscher der Vögel ins Gesicht. Sonnenstrahlen, frische Luft, schöner blauer Himmel – der Tag fing also mit Faulheit an, bei dem Wetter hatte ich überhaupt keine Lust, mich meinen Hausaufgaben zu widmen. Aber da ich nächste Woche wieder Klausuren schreibe und ich wirklich nicht durchfallen will, habe ich mich schließlich doch dazu zwingen können. Langsam und widerstrebend, das schon.

Eine Erasmusstudentin aus der Schweiz – Erasmus ist sowas wie Austausch, bedeutet, dass man ein Semester lang an einer ausländischen Uni studiert – hat sich total gewundert, dass plötzlich alle Leute gute Laune hatten und massenhaft nach draußen gegangen sind, um sich ins Gras zu legen und sich zu sonnen. Komplett sonnenverrückt. Das Problem hier ist, dass wir ziemlich wechselhaftes Wetter haben. Wenn der Tag mit Sonnenschein anfängt, heißt das selten, dass der Tag auch mit Sonnenschein endet. Wir müssen jeden noch so kurzen Moment in der Sonne genießen, weil die Chance anwesend ist, dass es in einer Stunde keinen Sonnenschein mehr gibt.

Also bin ich nach den Hausaufgaben aufs Fahrrad gestiegen und bin mit meiner Mutter einfach durch den Polder gefahren. Mit hochgekrempelten Ärmeln, keine Jacke, Wind durch die Haare, es roch nach Wiese und Wasser und nach frischer Luft. (Bis dann eine ganze Reihe Autos an uns vorbeigefahren ist…) Es war so schön. Und jetzt lasse ich einfach mal die Bilder unkommentiert hier stehen und auf euch wirken. Jetzt wisst ihr ein bisschen, wie’s in meiner Umgebung aussieht. :)




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31.01.2012

Von Geburtstagen und Kirchglocken

Heute hat unsere Königin Geburtstag. Das heißt: überall die niederländische Flagge, mit orangefarbigem Wimpel dran – orange ist die Farbe der königlichen Familie. Der Nationalfeiertag ist jedoch erst im April, am Geburtstag der ehemaligen Königin. Weil Januar kein sehr gemütlicher Monat ist, vor allem bei Minusgraden. Mir sind fast die Zehen abgefroren.

Ich war mit meiner Mutter beim Friseur und dann noch kurz in die Stadt, ein paar Sachen kaufen. Unterwäsche – sehr interessant. Als wir über den Marktplatz gefahren sind… Warte. Fahren hört sich komisch an. Deutsch hat viele schöne Wörter, die es bei uns nicht gibt. Geschwister, zum Beispiel. Haben wir nicht. Also, das Wort. Aber irgendwie hört sich das Verb Rad fahren komisch an… It’s probably just me.

Wie auch immer.
Wir waren also in der Stadt und wir fuhren an der großen Kirche am Marktplatz vorbei. Uns war total kalt, sogar mit Schal und Mütze und Handschuhen und drei Paar Socken. Und dann fingen die Kirchglocken an zu läuten. Oder eigentlich das Glockenspiel. Es war ein Kinderlied. Ab und zu spielt der Glockenspieler auch Songs von den Beatles, Let it be ist sein Lieblingslied, glaub ich. Zu Weihnachten spielt er dann meistens Stille Nacht, heilige Nacht und so.
Ich bin nicht gläubig, aber ich mag Kirchen, ich mag die Atmosphäre dort. Und wenn man dann auch noch einen Glockenspieler hat, der eben an willkürlichen Tagen ein bisschen Musik spielt… Dann war mir die Kälte sogar für einen kurzen Moment egal, weil das einfach total schön klang. Wir hatten mal Gäste aus Amerika, denen wir dann die Innenstadt gezeigt haben, und da hat der Glockenspieler zufälligerweise auch gespielt. In Amerika gibt’s eh keine Kirchen, die älter sind als ein paar hundert Jahre, also waren sie deswegen schon beeindruckt, und dann kam noch die Musik dazu.

Ich weiß nicht mehr, was ich eigentlich schreiben wollte. Irgendwas mit schöner Atmosphäre, einem guten Gefühl und trotz Kälte auch Fröhlichkeit. Solche Tage sollte es öfter geben. :)

Schöne Träume!
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16.01.2012

Darf ich vorstellen… die Schule?

Weil ich sonst nichts zu schreiben habe und ich mir vorgenommen hatte, zumindest jede Woche mal zu bloggen… Ein Eintrag über das niederländische Schulsystem, nach dem Vorbild von diesem Post hier. ;)

Ich glaube, es ist in der Welt ziemlich einzigartig, die Kinder schon mit vier oder fünf in die Schule zu schicken. In den meisten Ländern heißt das einfach noch „Kindergarten“ oder ähnliches. Bei uns heißt das schon Grundschule, ist allerdings genau dasselbe wie Kindergarten, wo die Kinder den ganzen Tag spielen und noch nicht schreiben oder lesen lernen.
Mit sechs oder sieben kommt man dann in die dritte Klasse, da fängt die eigentliche Schulausbildung an, mit Lesen und Schreiben und dem ganzen Kram. Inklusive Kindergartenjahre dauert die Grundschule acht Jahre: mit zwölf oder dreizehn geht man dann in die Oberstufe. Die hat bei uns einen eigenen Namen, der sich nicht wortwörtlich übersetzen lässt… „Weiterführende Schule“, sagt Wikipedia. Na gut.
Genau wie in der Schweiz wird nach der Grundschule anhand der Noten entschieden, wo man genau hinkommt. Wir haben auch sowas wie Hauptschule, Realschule, Gymnasium. Nur heißen die bei uns eben anders. Hauptschule ist „VMBO“, das steht für „Voorbereidend Middelbaar Beroepsonderwijs“. Ist klar, oder? Die ersten zwei Wörter bedeuten eigentlich nichts, nur Sekundarunterricht, und das dritte bedeutet „Berufsbildung“. Das ist also irgendwie Vorbereitung auf eine richtige Berufsausbildung. VMBO dauert vier Jahre, da macht man mit sechzehn den Abschluss.
Die Realschule heißt „HAVO“: „Hoger Algemeen Voortgezet Onderwijs“. Bedeutet eigentlich auch nichts, nur, dass HAVO eine Stufe höher ist als VMBO. HAVO dauert fünf Jahre, also hat man mit siebzehn den Abschluss in der Tasche.
Und das Gymnasium ist ein bisschen komplizierter. Das Wort „Gymnasium“ gibt es bei uns auch, nur bedeutet es etwas anderes als in Deutschland. Was man im deutschen Schulsystem (soweit ich weiß) „Gymnasium“ nennt, heißt bei uns „VWO“, „Voorbereidend Wetenschappelijk Onderwijs“. Das Wort mit W bedeutet „wissenschaftlich“, VWO bereitet die Schüler auf eine Universitätsausbildung vor. Im VWO gibt’s dann noch zwei Varianten: Athenäum (das schreiben wir übrigens wie „atheneum“, das Ä haben wir gar nicht) wo man kein Griechisch und/oder Lateinisch lernt, und Gymnasium, wo man dann eben entweder Griechisch oder Lateinisch oder beide lernt. VWO dauert immer sechs Jahre, die meisten sind dann nach dem Abschluss achtzehn Jahre alt.
Nur mit einem VWO-Abschluss kann man an die Uni. Wenn man jedoch einen HAVO-Abschluss hat, kann man zum VWO, da noch zwei Jahre die Schulbank drücken, und dann an die Uni. Und mit einem VMBO-Abschluss geht’s zum HAVO, dann noch zum VWO und dann an die Uni. Oder einfach auf eine Berufsschule. Nach dem HAVO geht man meistens auf eine Hochschule bzw. Fachhochschule. (Ich weiß nicht genau, was da der Unterschied ist. Im deutschen System. Hehe.)


Ich bin eigentlich so ziemlich durch die Schule gerast… Wenn man das so sagen kann. In der Grundschule habe ich eine Klasse übersprungen, bin dann mit elf aufs Gymnasium (Deutsch sowie Niederländisch; ich habe Griechisch und Lateinisch gemacht) gekommen und habe dort nochmal eine Klasse übersprungen. Jetzt bin ich sechzehn und studiere an der Uni, habe diesen Herbst dort angefangen.

So. Wenn irgendwas noch nicht ganz klar ist, dann fragt einfach. :)
Schöne Träume!
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08.12.2011

Scherp de zeis

Mein bester (und vielleicht einziger) Freund Andy sagt immer, dass Niederländisch im Hals wehtut. Er hat eine kroatische Mutter und einen australischen Vater, früher ist er in die internationale Schule gegangen und hatte also immer auf Englisch Unterricht. Wenn er zu mir nach Hause kommt, spricht er immer Englisch, weil wir das alle verstehen, und weil er eigentlich kaum Niederländisch spricht; dabei ist er schon seit dreizehn Jahren in den Niederlanden.
Ich glaube, Leute haben immer so ein Vorurteil, dass Deutsch sehr hart und rau klingt. Das sagen die Niederländer zumindest. Aber wir sollten die letzten sein, die das von einer anderen Sprache behaupten – Niederländisch ist für die meisten Ausländer schlimmer.

Zum Beispiel: unser „G“. Das ist kein G so wie in „gut“, das ist eher wie das „ch“ in „ach“. Sogar noch ein bisschen härter, würde ich sagen. Der Laut tut weh, sagt Andy immer. Und wir benutzen dieses G auch in Lehnwörtern, wie in „garage“. Das zweite G ist wie das französische, aber das erste ist einfach ein hartes, raues G. Und was ist mit „Sch“? Den Laut haben wir nämlich auch, nur wird das CH ausgesprochen wie ein niederländisches G, also nicht wie im Deutschen. Scheint ein sehr schwieriger Laut zu sein.
Dann das „R“. Andy beklagt sich immer über das niederländische R. Seine Muttersprache, Kroatisch, hat ein sehr ausgeprägtes R, wie im Spanischen. Wir haben eins, das irgendwo zwischen dem spanischen und dem englischen R hängt. Es wird tief hinten im Hals ausgesprochen und Andy sagt, dass es sich anfühlt, als würde er gleich an dem R ersticken. Manchmal üben wir das R und wenn ich den Laut lange anhalte (rrrrrrrrrrr), wird es fast wie ein niederländisches G.
Wirklich schwierig wird’s, wenn man das R und das G kombiniert. In „groot“ zum Beispiel, unser Wort für „groß“. Da muss ich mir sogar Mühe geben, das richtig auszusprechen. Tolle Muttersprache, was?

Übrigens sind viele Ausländer auch der Meinung, dass Niederländer immer so desinteressiert und unfreundlich wirken. Das hat vor allem mit Satzmelodie zu tun. Stell dir mal ein Blatt Notenpapier vor, mit diesen fünf Linien. Jeder Sprache stehen ein paar Linien zur Verfügung; das Niederländische hat nur zwei, das Britisch Englische hat zum Beispiel drei.
Das bedeutet, dass man im Niederländischen die Wahl hat, entweder in die Höhe oder sozusagen „in die Tiefe“ zu gehen. Also, dass die Satzmelodie auf der unteren Linie anfängt und dann in die Höhe, auf die zweite Linie, geht, oder andersrum. Nur fangen wir meistens unten an. Im Englischen, vor allem im Britisch Englischen, gibt es diese drei Linien, also hat man eine größere Wahl und eine kompliziertere Satzmelodie.
Okay, wir brauchen ein Bild, sonst versteht das keiner.


Die schwarzen Linien (die ich leider ein bisschen zu dick gemalt habe) sind die „Grenzen“. Die blaue Linie bewegt sich zwischen diesen Grenzen, und wie ihr seht, hat das Englische einen größeren Bewegungsraum. Wie das im Deutschen ist, weiß ich leider nicht. Ich weiß nur, dass wir Niederländer aufgrund der Satzmelodie immer ein wenig gelangweilt und desinteressiert rüberkommen, eben wegen dieser fast monotonen Melodie.

Jetzt zum Abschluss, weil ich schon über fünfhundert Wörter geschrieben habe und meine Statistikhausaufgaben auf mich warten, ein Lied. Ein niederländisches Lied, eins meiner Lieblingslieder, und das bedeutet schon was. Die meiste niederländische Musik ist nämlich peinlich schlecht (meiner Meinung nach).

Viel Spaß :)

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