09.06.2012

Baby, Voltaire, Eisen, Schlaf!

Im letzten Eintrag schrieb ich, dass ich drei der vier Klausuren, die ich bis jetzt geschrieben habe, bestanden habe. Die gute Nachricht, die ich heute bekommen habe: ich habe bis jetzt alle Klausuren bestanden! Na ja, ich hatte am Donnerstag auch eine und davon weiß ich noch nichts, aber ich wusste alles, jede Frage, wenn ich die nicht bestanden habe, esse ich meinen Bass auf.

Und heute habe ich endlich eine Geschichte zu Ende geschrieben. Ich habe drei Jahre an dieser Geschichte gearbeitet und jetzt ist sie fertig, mein Baby. Sie ist absolut schrecklich, wunderbar cheesy und die Handlung ist sowas von schlecht, aber trotzdem bin ich stolz. Weil sie jetzt endlich fertig ist und sie mich nie wieder nerven kann. Obwohl es mich vielleicht ein bisschen nervt, dass die Qualität wirklich scheiße ist.

Aber egal!
Ich will mich freuen.
Zitat von Voltaire: „Da es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.“

Erinnert ihr euch, dass ich mal etwas über Eisenmangel geschrieben habe? Darüber, dass ich möglich zu wenig Eisen im Blut habe. Nun, das ist so. Mein Blut wurde nämlich untersucht. Blutabnahme im Krankenhaus und so. Und jetzt weiß ich, dass ich zu wenig Eisen im Blut habe. Und das führt dann dazu, dass ich so schnell müde bin.
Zum Glück ist es nicht so schlimm, dass ich jetzt irgendwelche Eisentabletten schlucken muss oder so, nur hat der Arzt mir eine Liste eisenreiche Nahrungsmittel geschickt. Hülsenfrüchte sind äußerst gesund, vor allem für Vegetarier, da Fleisch eigentlich das meiste Eisen enthält und da ich das ja nicht esse, muss ich mir das Eisen woanders holen. Hülsenfrüchte. Und Vollkornprodukte. Ab jetzt immer Vollkornnudeln, Mama!

Übrigens war das Theaterstück, die Aufführung, richtig toll. Alle haben uns nur gelobt und sogar meine Mama hat gesagt, dass ich gut war. Sie gibt nicht oft Komplimente, zumindest hab ich das Gefühl. Sie sagt schon „Hast du gut gemacht“ oder so, aber meistens klingt es für mich irgendwie, als würde sie das nur sagen, weil sie weiß, dass ich das gerne höre. Und das hört sich jetzt ganz schrecklich an. Ich hab meine Mutter lieb, nur damit ihr’s wisst.

Jetzt ist es aber Schlafenszeit. (Ich mag das Wort. Benutzt ihr das überhaupt?)
Ich schicke euch allen ein bisschen von meiner Fröhlichkeit!
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04.06.2012

And here I go again

Es ist fast schon ein bisschen gruselig, wie sehr ich mich mit meinen Butterkeksen identifiziere.

Okay, das war jetzt ein schlechter Insider-Scherz. Ich kann euch den Witz nicht erklären, tut mir leid. Das mit den Butterkeksen, meine ich. Was ich eigentlich sagen wollte: es ist fast schon ein bisschen gruselig, wie sehr ich mich mit den Figuren in meinen Geschichten identifiziere.

Ich weiß, darüber habe ich schon mal einen Eintrag geschrieben. Ich wünsche mir wirklich, ich hätte ein interessanteres Thema für euch, aber im Moment bin ich einfach zu müde, um mir eins zu überlegen. Und die paar Ideen, die ich schon hatte, dafür brauche ich mehr brain power, bis ich die so schreiben kann, dass sie mir auch tatsächlich gefallen.

Also zurück zu den Butterkeksen.

Meine Eltern gucken mich schon den ganzen Abend komisch an, weil ich anscheinend total depressiv dreinschaue. Das hat aber weniger mit meinem eigenen Leben zu tun als mit der Geschichte, die momentan in meinem Kopf lebt. Bis ich mich dazu entschied, die beiden Figuren – die schon seit Anfang der Geschichte ein tolles Hass-Liebe-Verhältnis zueinander haben – endlich mal zusammenkommen zu lassen, damit die sich endlich auch mal über etwas freuen können. Und siehe: ich lächle auch wieder.

Ich frage mich, ob das jetzt wirklich damit zu tun hat, dass ich mich mit denen identifiziere, oder einfach mit „wishful thinking“. Obwohl ich mich jetzt frage, ob wishful thinking wirklich der richtige Begriff dafür ist. Auch egal. Ihr versteht, was ich meine, oder?

Ansonsten… habe ich wirklich nichts zu sagen. Ich denke, drei der vier Klausuren, die ich bis jetzt geschrieben habe, habe ich bestanden. Die vierte… not so much. Na ja. Ich weiß nicht. Ich weiß nicht, ob ich es wissen will. Belassen wir es dabei.

Übermorgen führen wir das Theaterstück auf. Ich bin in vier Szenen drin. Ich habe nur in einer Szene überhaupt Text. Ich bin so scheiß nervös, dass ich mich auf nichts konzentrieren kann, außer auf Musik und auf mein Kopfkino.

Hm, komisch. Das Wort gibt’s, oder? Kopfkino, meine ich. Microsoft Word meint, dass es das nicht gibt.

Auch egal.
Hier ist ein Lied, das ich in letzter Zeit ganz oft höre. Erstens, weil es zu der Geschichte passte, die in meinem Kopf lebte – die ich heute also fertiggestellt habe, weil die Figuren endlich zueinander gefunden haben. Und zweitens, weil es mich irgendwie beruhigt, dass ich quasi nur die Hälfte des Refrains verstehe und der Rest könnte von mir aus genauso gut Klingonisch sein. (Ja, ich habe bei Wikipedia nachgeguckt, wie die Sprache heißt auf Deutsch. Es wundert mich nicht, dass Microsoft Word jetzt auch meint, dass es das nicht gibt. Aber Kopfkino…?)


Wahrscheinlich würde ich den Rest des Liedes auch verstehen, wenn ich mich anstrengen würde. Ich habe aber keine Lust, mich anzustrengen. Also verstehe ich den Rest des Liedes einfach nicht.

Schöne Träume!
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27.05.2012

Herzlich willkommen, Sonnenbrand!

Jawohl, ich habe einen Sonnenbrand. Meine Schultern sind ganz rot und wenn es so weitergeht, habe ich morgen bestimmt rote Kniekehlen. Ich liege nämlich auf meinem Bett und der Sonnenschein fällt durchs Fenster auf meine Beine. Ganz schön warm. Aber es stört mich nicht, denn Sonnenbrand bedeutet Sommer. Und ich liebe den Sommer.

Ich freue mich schon auf die Sommerferien. Den ganzen Tag auf dem Rücken liegen und in die Luft gucken, den ganzen Tag nur die Sachen machen, die ich machen möchte, ohne mir über etwas Sorgen machen zu müssen. Ich freue mich darauf, dass ich wieder Zeit zum Schreiben haben werde, dass ich endlich die Bücher lesen kann, die ich nicht für die Uni lesen muss, dass ich wieder kurze Hosen und Kleidchen tragen kann, dass es egal ist, wann ich schlafen gehe, weil ich den ganzen Morgen verschlafen darf. Und ich freue mich vor allem drauf, dass ich die Ferien nicht in den Niederlanden verbringen werde.

Wir fahren nach England. Und zwar nicht nur für eine Woche, sondern für die ganzen zwei Sommermonate, vom ersten Juli bis zum einunddreißigsten August. Meine Eltern haben eine Wohnung in England gemietet, weil mein Vater wegen seinem Job vier Monate in einem Archiv in England verbringt. Meine Mama war im April bei ihm, ist jetzt aber wieder da. Mein Bruder fährt am nächsten Freitag nach England und ich komme dann schließlich im Juli mit meiner Mama nach.

Zwei Monate in England. Ein kurzer Ausflug nach Schottland und zu den Orkney-Inseln steht schon auf dem Programm. Vielleicht besuchen wir auch London und Cambridge. Und sonst natürlich York und Newcastle, denn das Archiv und die Wohnung sind in Durham, einer kleinen Stadt genau zwischen York und Newcastle.


Quelle.
Bis ich aber in den wohlverdienten Urlaub fahren kann, muss ich noch meine Klausuren bestehen. Nächste Woche drei Klausuren, übernächste Woche zwei, über-übernächste Woche auch zwei. Und wenn ich eine nicht bestehe, dann noch Wiederholungsprüfungen. Also werde ich mich jetzt mal dem Studieren widmen. Ich muss noch sechzehn Texte lesen und auswendig lernen. Wünscht mir Glück!
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18.05.2012

Wir wollen lieber Träumer sein

Heute ist irgendwie der Wurm drin. Ich liebe diese Redewendung, nur nicht, wenn sie wahr ist. Eigentlich ist schon seit Tagen der Wurm drin. Meine To-Do-Liste wird fast täglich größer; alle Sachen, die ich verdrängt hatte, sind wieder aufgetaucht in meinem Kopf und dort ist einfach zu wenig Platz, um all die Aufgaben unterzubringen. Und was mache ich? Ich liege auf meinem Bett und lese englischsprachige Fanfiktion und blende die Welt aus.

Nicht gut, nicht gut.

Erstens nicht gut, weil die englische Sprache sich mit meiner Muttersprache sowie mit der deutschen Sprache vermischt. Das heißt: in allen drei Sprachen habe ich jetzt Wortfindungsschwierigkeiten, weil meine mentalen Lexika irgendwie durcheinander sind. Ich benutze deutsche Grammatik im Niederländischen, niederländische Grammatik im Englischen und überhaupt keine englische Grammatik mehr. Deutsche Grammatik im Deutschen. Hoffe ich zumindest.

Zweitens nicht gut, weil die Geschichten sich mit der Realität vermischen und die Grenzen zwischen realer Welt und Fantasie verschwimmen. Einerseits versuche ich, mit Träumen aufzuhören, aber andererseits ist die Traumwelt viel schöner, viel romantischer und viel weniger anspruchsvoll. In meinen Träumen muss ich zumindest keine Hausarbeit von viertausend Wörtern schreiben, acht Klausuren vorbereiten und ein Theaterstück aufführen. In meinen Träumen brauche ich mir nur vorzustellen, dass der Sommer schon da ist und die Sonne scheint, und voila: es ist „wahr“. Also, wieso sollte ich mich noch mit Zeitungsartikeln, Romanen, Gedichten und kognitiven Fähigkeiten herumschlagen, wenn in dieser Traumwelt Leute und Romantik und Fantasie und Abenteuer auf mich warten?

Drittens nicht gut, weil ich weiß, dass es mir nur mehr Stress besorgen wird, wenn ich nächste Woche immer noch nichts gemacht habe und plötzlich in einem Wochenende alles erledigen muss, womit ich jetzt noch nicht mal angefangen habe. Noch weniger Schlaf, noch mehr Kopfschmerzen und noch mehr Selbstunzufriedenheit. Dieses Wort trifft einfach zu oft auf mich zu.

Heute bin ich eh für nichts mehr zu gebrauchen. Ich werde versuchen, mich ein bisschen auf eine Geschichte zu konzentrieren – auf das Schreiben dieser Geschichte, nicht auf das Lesen. Ich habe den ganzen Tag schon Geschichten gelesen, die ich nicht hätte lesen sollen. Weil ich jetzt wieder zu emotional durcheinander bin, um mich meinen Hausaufgaben zu widmen. Aber ein bisschen schreiben… Das ist doch auch meine Traumwelt!

Irgendwas geht schief, wenn ich mich selbst davon überzeugen muss, dass ich wieder anfangen muss zu schreiben. Normalerweise brauche ich keine Ermutigung. Aber wie gesagt: heute ist einfach der Wurm drin.

(Ich wünsche euch heute nur ganz, ganz heimlich schöne Träume. Sonst mache ich mich selbst eifersüchtig. „Was, die dürfen träumen und ich nicht?!“ Das wäre nicht gut.)
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