22.09.2012

So funktioniert das aber nicht

Für die, die’s wissen wollen: Badminton war ein riesiger Erfolg! Wir sind beide absolut völlig talentfrei, aber es macht Spaß, und darum geht’s ja. Nächsten Dienstag geht’s wieder in die Sporthalle, mal gucken, wie weit wir diesmal kommen.

Worüber ich aber eigentlich schreiben wollte:

Ich hasse es, wenn mein bester Freund fragt, ob wir uns treffen können. Weil er dann immer zu mir nach Hause kommt, und das an sich ist nicht schlimm, aber jedes Mal, wenn wir uns verabreden, ist er zu spät. Ich sage, komm, wir treffen uns um 9! Und dann schreibt er mir um viertel vor neun eine SMS: Ich bin verspätet, oder Ich musste noch was zu Hause machen, bin etwas später da, oder Hey, ich bin jetzt in der S-Bahn, bin in einer halben Stunde da!

Na toll. Er hat auch echt keine Ahnung, wie ich mich dabei fühle. So zweitrangig irgendwie. Hey, es ist doch in Ordnung, sie warten zu lassen, das ist ihr eh egal! Nein, ist es nicht.

Er kommt also heute. Ich dachte anfangs noch, dass das eine gute Idee wäre. Ja toll, wir haben uns schon seit einer Weile nicht mehr gesehen, komm doch vorbei! Ich frage meine Eltern, ob das für sie auch okay ist. Alles kein Problem, Papa kocht uns allen etwas zu essen, kein Problem. Ich sage es meinem tollen besten Freund. Meint er, dass er schon um halb acht woanders hin muss, ob das dann noch passt, wegen dem Essen und so? Das weiß ich ja nicht, ich weiß nicht, wann Papa das Abendessen geplant hat. Aber müsste klappen.

Ist ja okay, wenn er sich heute Abend noch mit anderen Freunden trifft. Ich meine, da freue ich mich nur für ihn, dass er mit anderen Leuten auch Kontakt hat, weil ich mit meinen alten Klassenkameraden überhaupt selten Kontakt hatte, und inzwischen gar keinen mehr. Aber ich kann es einfach nicht leiden, wenn er sich zuerst mit mir treffen will, dann quasi eine Stunde hier ist, und dann fröhlich zum nächsten Treffen hüpft.

Schön, dass du dich mit mir treffen willst, weil draußen die Sonne scheint und du nicht alleine zu Hause vorm Laptop hocken willst. Nur damit du’s weißt: ich hab kein Problem damit, alleine zu sein, und die Sonne scheint durchs Fenster auf mein Bett.

Wenn er da ist, wird’s bestimmt noch irgendwie gemütlich. Aber ich finde es einfach scheiße von ihm, dass es immer nach seinen Regeln geht, und nach seinem Rhythmus, und wenn ich mal denke, ich habe heute echt keine Lust auf dieses Zu-Spät-Sein und das ganze Gemecker, das immer dazukommt, und meine Eltern, die mich damit aufziehen… Dann ist er hier und ich hab schlechte Laune und dann geht alles schief.

Und ich fürchte, wenn er in anderthalb Stunden hier ist, dann wird das wieder so sein, und das möchte ich nicht. So ist der Samstag auch gar nicht mehr entspannend. Seufz.
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15.09.2012

Von diesem und jenem

Heute habe ich meiner Mutter erzählt, dass ich gerne ausziehen würde. Zwar nicht jetzt sofort, erst in zwei Jahren oder so, aber trotzdem – vor einem Jahr habe ich ihr gesagt, dass ich noch absolut keine Lust darauf habe, meine eigene Wohnung zu haben und ganz auf mich selbst aufpassen zu müssen. Das hat sich inzwischen geändert.

Manchmal frage ich mich, was es bedeutet, wenn ich glaube, mich verändert zu haben. Wenn ich mal denke: „Im Vergleich zu damals bin ich jetzt wirklich erwachsen“, was bedeutet das? Denken Erwachsene auch mal: „Meine Güte, ich bin jetzt aber erwachsen“? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich wesentlich von dem fünfzehnjährigen Mädchen unterscheide, das ich vor zwei Jahren war. Aber damals hielt ich mich auch für total erwachsen, wenigstens im Vergleich zu meinem dreizehnjährigen Ich.

Versteht ihr, was ich meine? Ich weiß nicht so recht, wie ich mich ausdrücken kann. (Das hat diesmal aber nichts mit der Sprachbarriere zu tun.)

Was das Ausziehen betrifft, das hat vor allem mit meinem tollen Herrn Bruder zu tun. Der ist mir ziemlich auf den Sack gegangen, als wir in England waren, und ich wollte einfach wieder an die Uni, damit ich ihn nicht die ganze Zeit um mich rum haben muss. Er hatte gestern übrigens Geburtstag. Aber na gut, er geht jetzt auch an die Uni, das heißt, er hat etwas zu tun, er hängt nicht mehr 24/7 zu Hause rum, und hoffentlich hat das einen verbessernden Einfluss auf seine Stimmung. (Eine schüchterne Stimme im Hinterkopf flüstert mir zu, dass ich darüber schon mal etwas geschrieben habe… Na ja. Das beschäftigt mich im Moment ziemlich, von daher. Wenn ihr’s nicht mehr hören könnt, dann tut mir das leid.)

Mit der Uni geht’s gut. Ich muss zwar ganz viel machen, Hausaufgaben, Essays schreiben, Referate halten (in einigen Wochen), aber das gefällt mir eigentlich auch, ich mag es nicht, wochenlang unbeschäftigt zu sein. Nur bleibt dann halt auch wenig Zeit für andere Sachen übrig – vor allem für meine Geschichten nicht, das stört mich schon ein bisschen. Aber ich bekomme das auch schon irgendwie hin. Natürlich bin ich blöd, ich bin jetzt auch auf Tumblr zu finden, das heißt, mehr Ablenkung und noch weniger Zeit zum Schreiben…

Also schließe ich jetzt ab und schnappe mir mein Heft, sonst komme ich nie dazu.
Schöne Träume!

PS. Und für euch noch ein Lied, das ich zur Zeit oft höre: 

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08.09.2012

… what did I agree to?

Als ich noch aufs Gymnasium ging, brauchte ich täglich fünfzig Minuten, um mit dem Fahrrad in die Schule zu gehen. Inzwischen geh ich mit dem Zug an die Uni und ich muss also nicht mehr so lange Rad fahren. Das heißt, weniger Körperaktivität, weniger Bewegung, und ich hab seitdem zugenommen. Zwar nicht so viel, aber schon so, dass es mich gestört hat. Deswegen habe ich irgendwann mal gesagt, dass ich wieder Sport machen sollte.

Ich bin aber, wenn’s um Sport geht, völlig talentfrei. Früher hab ich mal geturnt, das ist aber schon mindestens sieben Jahre her. Sportunterricht in der Schule war immer die reinste Hölle und jetzt hab ich vorgeschlagen, mit meiner Mutter Badminton zu spielen. So: „Hey, Mama, ich wollte mal wieder irgendwie Sport machen, es gibt aber keine Sportart, die ich auch wirklich mag. Außer vielleicht Badminton.“
„Na, dann machst du doch Badminton!“
„Ja, alleine? Nein, danke. Mach du doch mit!“
„Okay, gut.“

… ja, und heute haben wir uns also Sportschuhe und –Hosen gekauft, und Badmintonschläger, und Federbälle, und nächsten Dienstag werden wir uns in die Sporthalle begeben, um Badminton zu spielen.

Ich bin mir jetzt nicht mehr so sicher, dass das auch eine gute Idee war. Ehrlich. Meine Mama ist möglichst noch weniger talentiert als ich, wenn’s um Sport geht. Und Badminton? Das haben wir in der Schule ein paar Mal gemacht und das war nie so anstrengend, weil die meisten überhaupt nicht Badminton spielen konnten. Aber… ich weiß nicht. Das wird schon anstrengend, springen und rennen und dann auch noch den Federball nicht aus dem Auge verlieren. Das ist schon nicht so einfach. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass Mama bestimmt auch nicht allzu lange durchhält.

Die Schuhe sind aber toll. :)

Schöne Träume!
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02.09.2012

Heute ist alles doof

Das Studienjahr hat noch nicht mal angefangen und ich stresse mich schon halbtot. Ich meine, wieso wird es uns so schwierig gemacht, einen übersichtlichen Stundenplan zu bekommen? Es hat mir eine ganze Stunde gekostet, um überhaupt herauszufinden, wann ich nächste Woche wo sein muss. Und das ist bloß für die nächsten sieben Wochen. Das ist doch bescheuert?

Ja, klar. Studenten sollten selbständig sein, sollten „erwachsen“ sein und sich einen eigenen Weg suchen, blablabla. Das könnte man aber auch irgendwie betreut machen oder so, nicht wahr? Wieso können die nicht alle ganz deutlich einen Stundenplan ins Internet stellen, pro Fach, pro Vorlesung, pro Seminar: wann, wo, wer, was? Die haben sich das doch bestimmt schon im Juni alles ausgedacht und Räume reserviert und alles geklärt.

Wieso können die nicht einfach eine E-Mail schicken: „Ab heute müsst ihr eure Arbeitsbücher im Internet bestellen, die könnt ihr nicht mehr beim ‚Servicedesk‘ kaufen!“ Nein, das wäre natürlich viel zu praktisch. Nein, das sollten die einfach selbst herausfinden, weil alle Studenten natürlich täglich auf die Website gucken, ob sich nicht zufälligerweise etwas SEHR WICHTIGES verändert hat! In den Sommerferien! Wo alle froh sind, sich mal keine Sorgen über die Uni machen zu müssen!

Hallo. Ja, jetzt hab ich auch keine Lust mehr auf die Vorlesungen morgen. Und die nächsten sieben Wochen. Schon toll, so eine Uni.
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